La mère de l'artiste, 1937
Die Mutter des Künstlers

Die Wiederaufnahme des Naturstudiums nach den surrealistischen Werken führte Giacometti in eine künstlerische Suche, die ihn bis 1947 gefangen nahm und ihn schliesslich zu seinen berühmten schlanken Skulpturen führten sollte. Aus den endlosen Versuchen, den winzigen Figürchen, die meist ihre Entstehung kaum überlebten, ragt dieses Meisterwerke heraus. In ihm erreicht er zum ersten Mal in überraschendem Vorgriff auf sein reifes Werk das Erfassen der Realität nicht in naiver Direktheit, sondern im lebendigen Nachvollzug des Sehvorganges (phänomenologischer Realismus). Die äusseren Farben treten in dieser Rekonstruktion der inneren Wahrnehmung zurück. In langer, intensiver Arbeit vor der Mutter erreicht der Sohn mit strengen linearen Mitteln jene Dichte des Erfassens, die den Betrachter in seinen Bann ziehen und nicht mehr loslässt.

Alberto Giacomettis Bildnis der Mutter ist in der Entwicklung seiner Kunst zentral und gerade in seiner Schlichtheit ein grosses Meisterwerk, das zu den bedeutendsten Menschenbildern des 20. Jahrhunderts gehört.

Material
Öl auf Leinwand
Dimensionen
60,0 x 50,0 cm
Creditline
Kunsthaus Zürich, Alberto Giacometti-Stiftung, Depositum Dr. Anton und Anna Bucher-Bechtler, 2004
Inventarnummer
GS 255
Signatur
Nicht bezeichnet
Weitere Angaben
Provenienz
  • Zürcher Kunstgesellschaft | Kunsthaus Zürich (Museum), Zürich, Leihgabe
  • Alberto Giacometti-Stiftung (Sammlung), 2004, Depositum Dr. Anton und Anna Bucher-Bechtler
  • Paul Matisse
  • Verbleib unbekannt
  • Pierre Matisse (Sammler), vermutlich schon 1948, Kauf beim Künstler
  • Alberto Giacometti