Vivantes cendres, innommées, 1957–1960
Lebende Asche, namenlos

50 Radierungen, die zwischen 1957 und 1960 zu Michel Leirisʼ Text «Vivantes cendres, innommées» entstanden sind.

Der Dichter und Forschungsreisende Michel Leiris (1901–1990) hatte 1929 die erste, sehr bedeutsame Kritik zu Giacomettis Kunst geschrieben. 1957 machte er einen Selbstmordversuch, seine Gedichte «Vivantes cendres, innommées» und die Radierungen entstanden während der langen Rekonvaleszenz. Giacometti kam mit den präparierten Platten in die Wohnung von Leiris und arbeitete dort vor dem Modell und seiner Umgebung direkt auf Kupfer.

1961 publizierte Jean Hugues Leirisʼ Text mit 13 Radierungen Giacomettis in einer Auflage von 100 Exemplaren; die Vorzugsedition enthält weitere Blätter. Giacometti aber, fasziniert vom Gegenstand, schuf 52 Radierungen (GS 168.01–1968.50). Da die geplante Publikation der ganzen Suite mit einem Text von Leiris nicht zustande kam, wurden nur sechs Exemplare für den Künstler, den Autor und den Verleger gedruckt. Die vorliegende Serie schenkte Leiris am 12. Oktober Pablo Picasso zum Geburtstag. Zwei Blätter fehlen heute.

Material
50 Radierungen
Dimensionen
45,0 x 31,5 cm
Creditline
Kunsthaus Zürich, Alberto Giacometti-Stiftung, Geschenk der Stadt Zürich, 1988
Inventarnummer
GS 168
Signatur
Bezeichnet mit Bleistift unten links: 5/6; signiert mit Bleistift unten rechts: Alberto Giacometti
Weitere Angaben
Ex. 5/6; 50 Radierungen
Provenienz
  • Zürcher Kunstgesellschaft | Kunsthaus Zürich (Museum), ab 1988, Leihgabe
  • Alberto Giacometti-Stiftung (Sammlung), 1988, Geschenk
  • Stadt Zürich (Sammlung), 1988
  • Verbleib unbekannt
  • 1962 von ihm Pablo Picasso zum Geburtstag geschenkt
  • Michel Leiris (*1901 Paris, +1990 Saint-Hilaire)
  • Alberto Giacometti