Le couple, 1927
Das Paar

Die Skulptur zeugt von Giacomettis Auseinandersetzung mit der afrikanischen Stammeskunst. Die formale Syntax – Frontalität, primäre Formen, wie Tätowierungen aufgelegte Zeichen – werden dem Konzept unterworfen, den Figuren ihre Geschlechtsmerkmale zugrunde zu legen und sie zugleich als Körper und Gesicht lesbar zu machen.

Der Surrealist Georges Bataille, in dessen Zeitschrift «Documents» Michel Leiris 1929 den ersten, grundlegenden Artikel zu Giacometti publizierte, setzt in seiner «Lʼhistoire de lʼoeil» das Auge und die Vagina eins. Genau dies veranschaulicht hier Giacometti: Mann und Frau sind zugleich als Gesichter als auf das Sexuelle reduzierte Körper und als Geschlechtsorgane lesbar. Die Wirklichkeit wird in ein Zeichensystem umgesetzt, in dem das Auge dominiert.

Material
Bronze
Dimensionen
60,0 x 40,0 x 19,0 cm
Creditline
Kunsthaus Zürich, Alberto Giacometti-Stiftung, 1965
Inventarnummer
GS 005
Signatur
Bezeichnet an der Rückseite des Sockels rechts: A. Giacometti 1/6; links: Susse fondeur Paris
Weitere Angaben
Provenienz
  • Zürcher Kunstgesellschaft | Kunsthaus Zürich (Museum), frühestens ab 1965, Leihgabe
  • Alberto Giacometti-Stiftung (Sammlung), Zürich, frühestens ab 1965, Übernahme
  • Alberto Giacometti-Syndikat, 1963, Kauf
  • Galerie Beyeler, Basel, 1963, Kauf
  • Sammlung G. David Thompson, Pittsburgh, 1955, Kauf
  • Pierre Matisse Gallery, New York
  • Alberto Giacometti